V.l.n.r.: Franz  Reitz, M. Hausmann, Ehrenfried Reitz, August Reitz   Okt. 1990
 
Treppen sind seit der Wiedergründung des Betriebs am 1.1.1950 im Jahre nach der Heimkehr des Firmengründers August Reitz aus russischer Kriegsgefangenschaft in Jahr 1949 neben der Herstellung von Dachstühlen die Hälfte des Betätigungsfeldes. Er erlernte den Beruf des Zimmermanns bei seinem Vater Leopold Reitz, der mit anderen Zimmerleuten gemeinsam eine Zimmerei damaligen Zuschnitts seit dem ersten Weltkrieg betrieb und diesen Betrieb zu Zeiten der Weltwirschaftskrise in den 30er Jahren aufgab.

Seit 1953 war der Sohn Franz Reitz mit im Betrieb tätig, der ausschlaggebend die Spezialisierung auf den Holztreppenbau vorantrieb. 1962 holte sich Franz Reitz bei einem Lehrgang bei Willibald Mannes zusätzliches Knowhow für den Treppenbau, den August Reitz in der Zeit des "Fremdgeschriebenen" und im Betrieb seines Schwiegervaters erlernte. Schon Anfang der 60er Jahre wurden schwierige und komplizierteTreppenkonstruktionen wie Lamellenverleimungen in Bogentreppen in verschiedenen Projekten realisiert. Nach 1968 wurde der Betrieb dann gänzlich auf den Treppenbau spezialisiert und die fortschreitende Spezialisierung durch die maschinelle Einrichtung festgeschrieben, die sich immer mehr einer Schreinerei annäherte.

1974 trat der jetzige Betriebsinhaber Ehrenfried Reitz nach dem Realschulabschluß mit einer Lehre als Zimmermann in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters, die er mit der Gesamtnote sehr gut und als Innungsbester und Kammerbester abschloß. Schon früh wurde nach intensiver Betätigung im Treppenbau im Jahre 1979 die nebenberufliche Meisterschule begonnen, die 1980 mit Teil 1+2, 1981 mit Teil 3+4 abgeschlossen wurde. Im gleichen Jahr wurde mit Gründung des Fachbereichs Treppenbau im BDZ und deren Teilnahme ein regelmäßiger bundesweiter Gedankenaustausch mit dem Knüpfen von langjährigen Verbindungen und Freundschaften begonnen. Mit dem Beitritt im Jahr 1985 der 2 Jahre zuvor gegründeten Gesellschaft für Treppenforschung bei einem Besuch bei Prof. Mielke nahm für Ehrenfried Reitz eine etwas andere Beschäftigung mit Treppen seinen Anfang. In dieser Zeit war eine tiefer untersuchende und kunsthistorische Entwicklungsphase, durch die das handwerkliche Knowhow um andere Aspekte erweitert wurde.

Am 1. Juli 1992 übernahm Ehrenfried Reitz die Firma, nachdem Franz Reitz ein paar Tage zuvor das Rentenalter erreicht hatte. Allerdings mußte er wegen längerer schwerer Krankheit seines Vaters schon früher die Geschicke der Firma lenken. Schon in den ersten Tagen der Übernahme wurde die Umstellung auf CAD-Konstruktion von Ehrenfried Reitz betrieben und durchgeführt, was zu einer Flut von innovativen Rationalisierungsmaßnahmen führte, die in dem Kauf einer gebrauchten Maka-CNC-Fräse zur Treppenfertigung im Jahre 1996 gipfelte.

Trotzdem ist die Firma Reitz ein kleiner handwerklicher Betrieb geblieben, derzeit Ehrenfried Reitz mit 2 Beschäftigten. Im Jahr 1992 verlor die Fa. Reitz den Firmengründer, 1996 folgte ihm plötzlich sein Sohn Franz Reitz.

Die Firma Holztreppenbau Reitz stellt fachmännisch nach alter Handwerkstradition und moderner Technik einfache und anspruchsvolle Treppen selbst her, wobei gedrechselte Teile selbst gefertigt werden, aber auch die modernere Kombination mit Glas und Edelstahl je nach Kundenwunsch gestaltet und angewendet wird.